Der Markt für Consumer-3D-Drucker entwickelt sich rasant. Anycubic gehört zu den wenigen Herstellern, die Geschwindigkeit, Automatisierung und Mehrfarbdruck gleichzeitig in erschwinglichen Maschinen vereinen. Zwei Modelle stehen dabei besonders im Fokus: der Anycubic Kobra 3 und der Kobra 3 Combo. Beide basieren auf derselben Plattform – doch der Combo erweitert das Fundament um entscheidende Funktionen, die für kreative Anwender einen erheblichen Unterschied machen können.
Dieser Vergleich zeigt dir Schritt für Schritt, worin sich beide Modelle unterscheiden, welche Stärken und Schwächen sie haben und für wen sich welche Variante wirklich lohnt.
Was bietet der Anycubic Kobra 3 als Basis?
Der Kobra 3 ist Anycubics aktuelles Flaggschiff im FDM-Segment (Fused Deposition Modeling). Er richtet sich an Einsteiger, Hobbyisten und erfahrene Maker, die einen zuverlässigen, schnellen Drucker ohne unnötige Komplexität suchen.
Technische Eckdaten des Kobra 3
- Bauraum: 250 × 250 × 260 mm – ausreichend für die meisten Hobby- und Kleinprojekte
- Druckgeschwindigkeit: Bis zu 600 mm/s – deutlich schneller als viele Konkurrenten in dieser Preisklasse, vergleichbar mit Bambu Lab A1-Modellen
- Automatische Bettnivellierung: LeviQ 3.0 mit automatischem Z-Offset – reduziert den Einrichtungsaufwand erheblich
- Materialkompatibilität: PLA, PETG und TPU werden problemlos verarbeitet
- Bedienung: Touchscreen-Display und Wi-Fi-Konnektivität ermöglichen komfortable Bedienung ohne externe Hardware
Die Kombination aus hoher Druckgeschwindigkeit, automatischer Kalibrierung und benutzerfreundlicher Oberfläche macht den Kobra 3 zu einem der besten Einstiegs- und Mittelklasse-Drucker auf dem Markt – besonders für Anwender, die zuverlässige Ergebnisse bei einfarbigen Drucken priorisieren.
Was unterscheidet den Anycubic Kobra 3 Combo?
Der Kobra 3 Combo enthält dieselbe Druckereinheit wie der Basis-Kobra-3, wird jedoch mit dem ACE Pro / Color Engine Pro System gebündelt. Dieses Zubehör verändert grundlegend, was der Drucker leisten kann.
H3: Mehrfarbdruck mit bis zu 8 Farben
Der wichtigste Unterschied: Der Kobra 3 Combo ermöglicht automatischen Mehrfarbdruck. Standardmäßig unterstützt er 4 Farben gleichzeitig, mit erweiterter Hardware sogar bis zu 8 Farben. Das System wechselt während des Drucks automatisch zwischen den Filamenten – ohne manuelle Eingriffe.
Im Vergleich: Beim Basis-Kobra-3 müssen Farbwechsel manuell durch Druckpausen und manuellen Filamenttausch durchgeführt werden. Das ist bei gelegentlichen Projekten akzeptabel, bei komplexen Mehrfarbobjekten jedoch zeitaufwendig und fehleranfällig.
H3: Aktive Filamenttrocknung während des Drucks
Das ACE Pro System integriert eine aktive Trocknungsfunktion, die das Filament während des Druckvorgangs kontinuierlich trocken hält. Besonders feuchtigkeitsempfindliche Materialien wie PLA und PETG neigen bei hoher Luftfeuchtigkeit zu Stringing, schlechter Schichtadhäsion und Druckfehlern. Der Combo reduziert dieses Risiko erheblich – ohne dass ein separates Filament-Trocknungsgerät benötigt wird.
H3: Intelligentes Filamentmanagement und automatischer Spulenwechsel
Der Combo verfügt über eine automatische Filamenterkennungs- und Zufuhrsteuerung. Läuft eine Spule leer, kann das System selbstständig auf die nächste umschalten – ideal für längere Druckjobs, bei denen eine manuelle Überwachung unpraktisch ist.
Direkter Vergleich: Kobra 3 vs. Kobra 3 Combo
| Merkmal | Kobra 3 | Kobra 3 Combo |
|---|---|---|
| Bauraum | 250 × 250 × 260 mm | Identisch |
| Max. Druckgeschwindigkeit | 600 mm/s | 600 mm/s |
| Automatische Bettnivellierung | LeviQ 3.0 | LeviQ 3.0 |
| Mehrfarbdruck | Manuell (Druckpause) | Automatisch (4–8 Farben) |
| Filamenttrocknung | Nicht integriert | Aktiv (ACE Pro) |
| Autom. Spulenwechsel | Nein | Ja |
| Zielgruppe | Einsteiger, Functional Printing | Kreative Maker, Mehrfarbprojekte |
| Preis | Niedriger | Höher |
Praxisrelevante Unterschiede im Alltag
Benutzerfreundlichkeit
Der Basis-Kobra-3 ist für Einsteiger durch seine automatische Nivellierung und das intuitive Touchscreen-Interface leicht zugänglich. Der Combo behält diese Vorteile, fügt aber eine weitere Komplexitätsebene durch das Mehrfilament-System hinzu. Wer keine Erfahrung mit Multicolor-Slicing (z.B. in PrusaSlicer oder Orca Slicer) hat, muss hier eine Lernkurve einkalkulieren.
Druckqualität und Geschwindigkeit
Beide Modelle teilen identische Druckmechanismen. Druckgeschwindigkeit, Bewegungssystem und Druckqualität bei einfarbigen Jobs sind bei beiden Varianten vergleichbar. Der Unterschied liegt ausschließlich im Filamenthandling und den kreativen Möglichkeiten.
Kreativpotenzial und Anwendungsfälle
Der Kobra 3 Combo eignet sich besonders für:
- Dekorative Objekte mit mehreren Farben (z.B. Figuren, Logos, Schilder)
- Pädagogische Modelle, bei denen verschiedene Bereiche farblich unterschieden werden sollen
- Produktprototypen mit visueller Differenzierung
- Miniaturmalerei-Ersatz für Tabletop-Spieler
Der Basis-Kobra-3 ist ideal für:
- Funktionale Bauteile, Werkzeughalter, Ersatzteile
- Technische Prototypen ohne Farbanforderungen
- Schulungsumgebungen mit begrenztem Budget
Filamentkosten und Materialverbrauch
Ein häufig unterschätzter Punkt beim Mehrfarbdruck: Purge-Türme. Bei jedem Farbwechsel muss der Druckkopf gereinigt werden, was Filament verbraucht. Je nach Druckkomplexität und Anzahl der Farbwechsel kann dieser Mehrverbrauch erheblich sein. Gute Slicer-Einstellungen können den Verlust reduzieren, eliminieren ihn aber nicht vollständig.
Bekannte Schwächen beider Modelle
Kein 3D-Drucker ist ohne Kompromisse. Folgende Punkte solltest du kennen:
Kobra 3 (Basis):
- Kein automatischer Mehrfarbdruck – manuelle Farbwechsel sind zeitaufwendig
- Kein integriertes Filament-Trockensystem
Kobra 3 Combo:
- Höherer Anschaffungspreis
- Gelegentliche Berichte über Filamenterkennungsprobleme (meist durch Firmware-Updates behebbar)
- Erhöhter Filamentverbrauch durch Purging bei Farbwechseln
- Steiler Einstieg für Nutzer ohne Erfahrung im Multicolor-Slicing
Anycubic Kobra 3 Combo vs. Wettbewerber
Ein vollständiger Vergleich sollte auch die Konkurrenz einbeziehen. Der Bambu Lab A1 Combo ist der direkteste Wettbewerber und bietet ein ähnliches Multicolor-Konzept (AMS Lite System). Unterschiede liegen vor allem beim Ökosystem, der Software-Integration und dem Preis. Der Kobra 3 Combo positioniert sich oft günstiger, während Bambu Lab mit einem ausgereifteren Software-Ökosystem punktet. Für preisbewusste Anwender ist der Kobra 3 Combo daher eine ernstzunehmende Alternative.
Für wen lohnt sich welches Modell?
Wähle den Anycubic Kobra 3, wenn du:
- hauptsächlich einfarbige, funktionale Bauteile druckst
- einen einfachen, wartungsarmen Einstieg suchst
- ein knappes Budget hast und Mehrfarbdruck keine Priorität ist
Wähle den Anycubic Kobra 3 Combo, wenn du:
- regelmäßig mehrfarbige oder multicolor Projekte planst
- automatisches Filamentmanagement und Trocknung schätzt
- bereit bist, etwas mehr zu investieren und dich mit Multicolor-Slicing auseinanderzusetzen
Fazit: Kobra 3 oder Kobra 3 Combo?
Beide Drucker liefern starke Leistung für ihre Klasse. Sie teilen dieselbe solide Hardware-Basis mit großzügigem Bauraum, hoher Druckgeschwindigkeit und automatischer Kalibrierung. Der entscheidende Unterschied liegt im ACE Pro System des Combos: Es hebt den Drucker in eine andere Kategorie, sobald Mehrfarbdruck und automatisches Filamentmanagement gefragt sind.
Wer einfache, zuverlässige Druckjobs priorisiert, ist mit dem Basis-Kobra-3 bestens bedient. Wer kreative Projekte mit mehreren Farben plant und bereit ist, die Bedienung zu erlernen, bekommt mit dem Kobra 3 Combo ein leistungsstarkes Werkzeug, das deutlich teurer wirkende Konkurrenten unter Druck setzt.
FAQ: Häufige Fragen zum Anycubic Kobra 3 vs. Kobra 3 Combo
1. Was ist der Hauptunterschied zwischen dem Anycubic Kobra 3 und dem Kobra 3 Combo?
Der Kobra 3 Combo enthält zusätzlich das ACE Pro System, das automatischen Mehrfarbdruck mit 4 bis 8 Farben, aktive Filamenttrocknung und automatischen Spulenwechsel ermöglicht. Der Basis-Kobra-3 druckt ausschließlich einfarbig oder mit manuellen Pausen für Farbwechsel.
2. Kann der Anycubic Kobra 3 nachträglich auf Mehrfarbdruck aufgerüstet werden?
Ja, das ACE Pro System kann separat erworben und nachgerüstet werden. Es ist nicht zwingend notwendig, direkt den Combo zu kaufen, wenn zunächst nur der Einzeldrucker benötigt wird.
3. Wie viele Farben unterstützt der Kobra 3 Combo?
Standardmäßig unterstützt der Combo 4 Farben gleichzeitig. Mit erweiterter Hardware können bis zu 8 Farben in einem Druckjob verwendet werden.
4. Ist der Kobra 3 Combo für Anfänger geeignet?
Eingeschränkt. Die Grundfunktionen des Druckers sind anfängerfreundlich. Das Mehrfarbsystem und das notwendige Multicolor-Slicing erfordern jedoch eine Einarbeitungszeit und etwas Erfahrung mit Slicing-Software wie Orca Slicer oder PrusaSlicer.
5. Wie schneidet der Anycubic Kobra 3 Combo im Vergleich zum Bambu Lab A1 Combo ab?
Beide Modelle verfolgen ein ähnliches Konzept für Mehrfarbdruck. Der Bambu Lab A1 Combo bietet ein ausgereifteres Software-Ökosystem, ist aber in der Regel teurer. Der Kobra 3 Combo ist für preisbewusste Anwender eine leistungsstarke Alternative, besonders wenn kein vollständiges Ökosystem benötigt wird.















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